Linz - Die Ermittlungen nach der Explosion einer Handgranate am Samstag in der Linzer Disco "X-Large" liefen am Montag auf Hochtouren. Die Linzer Kriminalpolizei geht derzeit von "Absicht" aus und nicht von einem "Unfall", etwa durch unsachgemäßes Hantieren mit dem Kriegsrelikt. Den Sicherungsring und den Bügel der Granate habe man rund sieben Meter vom Detonationsort entfernt gefunden, und man müsse daher von einem "Schmeißer" ausgehen, sagte Michael Tischlinger von der Linzer Kripo am Montag. Alle zehn Verletzten, die sich am Montag noch im Spital befanden, sind auf dem Weg der Besserung. Motiv und Täter unklar Derzeit suche man nach 15 Personen, die sich ebenfalls am Unglücksabend im "X-Large" befunden hätten, nach der Explosion aber panikartig geflüchtet sein dürften, so Tischlinger. "Die Einvernahmen von insgesamt 31 Lokalgästen sind bislang ergebnislos verlaufen", erklärte der Kripobeamte. Damit ist auch noch unklar, welches Motiv der Täter, der den Sprengkörper zündete, gehabt haben könnte. Konkretere Hinweise erhofft man sich von einer DNA-Analyse der sichergestellten Granaten-Teile. Erste Ergebnisse davon würden gegen Ende der Woche vorliegen, sagte Tischlinger. Nach ersten Schätzungen dürften sich zwischen 40 und 50 Jugendliche in dem Lokal am Linzer Stadtrand befunden haben, als am Samstag gegen 3.00 Uhr der Sprengkörper mitten auf der Tanzfläche explodierte. Die Granate war mit insgesamt 2.500 drei Millimeter großen Stahlkugeln gefüllt, die nach der Explosion mit hoher Geschwindigkeit in die Menge geschleudert wurden. 27 Personen wurden dadurch zum Teil schwer verletzt. (APA)