Heidelberg - Immer mehr Chinesen suchen angeblich unter dem Messer eines Chirurgen Hilfe für ihre Schwierigkeiten mit fremden Sprachen. Wie die in Heidelberg erscheinende Zeitschrift "Plastische Chirurgie" berichtet, machen viele Chinesen das kleine Hautsegel unter der Zunge irrtümlicher Weise dafür verantwortlich, dass sie die englische Aussprache nicht in Griff bekommen. Englische Sprachkenntnisse würden für die Karriere junger Chinesen immer wichtiger.Das "Problem" liegt allerdings eher in der Sprache als im Körper. Jede Sprache definiert für sich, ob zwei einander ähnliche Laute phonetisch, also bedeutungstragend, sind und damit voneinander unterschieden werden müssen. Wenn es in der einen Sprache keinen solchen Unterschied gibt (z.b. zwischen "l" und "r"), verschwimmen die beiden Laute. Angehörige einer anderen Muttersprache, die auf diesen Unterschied trainiert sind, hören jedoch eine für ihre Ohren falsch klingende Aussprache. Die Zeitschrift beruft sich auf einen Arzt aus Schanghai. Er berichtet von einem Mann, der nach zwei vergeblichen Bewerbungen um ein US-Visum "seine Chancen auf dem Operationstisch vergrößern" wollte. Eine Mutter habe ihre 15 Jahre alte Tochter vor einem Sprachtest operieren lassen wolle, weil sie den Buchstaben "r" nicht richtig aussprechen konnte. Beide Bitten seien allerdings abgewiesen worden. (APA/red)