Regensburg - Mediziner der Universität Regensburg haben eine Stiftung gegründet, die menschliches Zellmaterial zu Forschungszwecken weitergibt. Die Einrichtung HTCR (Human Tissue & Cell Research) hat nach Angaben ihres Gründers Karl-Walter Jauch das Ziel, "die Entwicklung von neuen Therapien schneller und wirkungsvoller voranzutreiben". Mit der Forschung an menschlichen Zellen und Gewebe könne die Wirkung von Medikamenten gezielter getestet werden, sagte der Direktor der Klinik und Poliklinik für Chirurgie. Viele Tierversuche und Tests an Menschen würden bei der Entwicklung von Arzneimitteln überflüssig. Das Projekt soll es Forschern laut Jauch ermöglichen, Zellen in vitro - außerhalb des Organismus - zu isolieren und anschließend unter standardisierten Bedingungen zum Wachstum zu bringen. Die Stiftung soll menschliches Gewebe, das zum Beispiel bei Operationen abfällt, sammeln und die spezifischen Daten systematisch dokumentieren. Die Spender werden über die weitere mögliche Verwendung des Materials aufgeklärt, müssen eine schriftliche Zusage geben und dürfen über alle Schritte genaue Auskünfte einfordern. Die Stiftung will das Gewebe dann an Forschungseinrichtungen oder an Pharma-Unternehmen weitergeben. Zuvor werden die Daten der Spender anonymisiert. Ein Ethikbeirat, bestehend aus Juristen. Philosophen und Theologen, soll Jauch zufolge prüfen, ob die jeweiligen Forschungsprojekte mit den Grundsätzen der Stiftung übereinstimmen. (APA/AP)