Canberra - Die australische Forschungseinrichtung CSIRO will sich künftig verstärkt der Produktion von Therapeutika widmen. Die Abteilung CSIRO Entomology hat nun das Spin-Off-Unternehmen Entocosm gegründet. Forschungsobjekt ist die praktisch "unangezapfte" Quelle Insekten. CSIRO-CEO Geoff Garrett will das Forschungsinstitut durch die Unternehmensgründung an die Spitze der Medikamenten-Entwicklung aus Insekten bringen. "Pflanzen und Mikroben waren lange Zeit das Ziel für die Entdeckung therapeutisch wirksamer Substanzen, Insekten blieben so gut wie unberührt", erklärte Garrett. Es gebe weltweit rund 250.000 Pflanzenspezies, eine Zahl, die durch mehr als vier Mio. Insektenspezies in den Schatten gestellt wird. Auch die mikrobielle Diversität sei groß, aber rund 99 Prozent der Bakterien können nicht im Labor kultiviert werden. "Mit vier Mio. Insektenspezies ist es sehr wahrscheinlich, in der Zukunft therapeutisch wirksame Arzneimittel zu entdecken", ergänzte der CEO. Cocktail im Körper Insekten setzen eine beispiellose Bandbreite an biologisch wirksamen Substanzen ein. Die Substanzen beinhalten u.a. Moleküle, die Krebszellen zerstören, Proteine, die die Blutgerinnung verhindern, Enzyme, die Pestizide abbauen, Proteine die im Dunkeln leuchten, antimikrobielle Peptide und Toxine. Dass sich Australien an die Spitze der Medikamenten-Produktion aus wirksamen Insektensubstanzen katapultieren wird ist nicht unwahrscheinlich, da der Kontinent neben der äußerst diversen Tier- und Pflanzenwelt auch eine hoch entwickelte Forschungsinfrastruktur besitzt. Entocosm hat bereits die in New York ansässige Investment-Bank Malcolm Binks Associates LLC beauftragt, bei australischen und amerikanischen Investoren Kapital zu beschaffen. (pte)