Wien - Vorerst ohne Erfolg verlief bis Sonntag die Großfahndung nach jenem Unbekannten, der am Samstag kurz vor 17 Uhr die Spar-Filiale Am Biberhaufenweg in Wien-Donaustadt überfallen und dabei den Filialleiter Franz K. aus Pulkau (Bezirk Hollabrunn) erschossen hatte. Die Kassierin Angelika T. (51), die der Täter zuerst mit seiner Pistole bedroht hatte, stand Sonntag noch derart unter Schock, dass sie kaum zielführende Angaben machen konnte, hieß es bei der Polizei.Zum Zeitpunkt des Überfalls hielten sich sieben Angestellte und etwa zehn Kunden in der Filiale auf. Der etwa 45 bis 55 Jahre alte Unbekannte bedrohte die Kassierin mit der Waffe und forderte Geld. Der 46-jährige Filialleiter versuchte einzugreifen, worauf der Räuber erklärte: "Ich zähl' bis drei". Dann werde er schießen, wenn er kein Geld bekommt. Tatsächlich feuerte der Mann drei gezielte Schüsse auf K. ab, wobei zwei Projektile den Niederösterreicher in Brust und Bauch trafen. Ein zufällig anwesender junger Anästhesist versuchte noch bis zum Eintreffen der Rettung, dem Sterbenden Erste Hilfe zu leisten. Doch der Filialleiter konnte nicht mehr gerettet werden. Der Räuber rannte in eine Seitengasse, wo er offensichtlich in ein bereitstehendes Fluchtfahrzeug stieg. Nach Zeugenaussagen handelte es sich um einen dunklen Mercedes, der von einem Komplizen gesteuert wurde und stadtauswärts fuhr. Der unbekannte Räuber sprach Wiener Dialekt. Er trug eine Schirmkappe und war mit einer grün-violetten Windjacke bekleidet. Der etwa 180 cm große, schlanke Täter machte nach Zeugenangaben einen "verwahrlosten Gesamteindruck". Zweckdienliche Hinweise nimmt das Wiener Sicherheitsbüro, Gruppe Jandl, unter der Telefonnummer (01) 313 46-36110 entgegen. (APA, simo/DER STANDARD, Printausgabe, 29.7.2002)