München - Gegen den der Bilanzfälschung verdächtigten Ex-Comroad-Chef Bodo Schnabel soll binnen der nächsten zwei Wochen Anklage erhoben werden. Wie der Bayerische Rundfunk am Sonntag in München berichtete, werden Schnabel neben Scheinbuchungen mittlerweile auch illegale Insidergeschäfte vorgeworfen. Nach Angaben des Senders bezifferte Oberstaatsanwalt Manfred Wick den dadurch erschlichenen Gewinn auf 26 Millionen Euro. Die Ermittlungen würden in den nächsten Tagen abgeschlossen. Zu Beginn dieses Jahres war bekannt geworden, dass das Neue-Markt-Unternehmen Comroad einen großen Teil seiner in den Bilanzen verbuchten Umsätze frei erfunden hatte: Comroad musste eingestehen, dass gerade einmal 1,4 Prozent des angeblichen Unternehmensumsatzes von 93,6 Millionen Euro belegbar seien. Schnabel war im Februar vom Aufsichtsrat des Unternehmens entlassen worden, seit Ende März sitzt er in Untersuchungshaft. Der Fall Comroad hatte im Frühjahr hohe Wellen geschlagen und das Misstrauen der Anleger in den Neuen Markt noch verstärkt. Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz bezeichnete die Vorgänge als "krassesten Betrugsfall eines börsennotierten Unternehmens". Auch die Ehefrau Schnabels, die dem Aufsichtsrat angehörte, war in den Verdacht der Beihilfe zum Kursbetrug geraten. (APA)