Hamburg - Sieben Monate nach der Einführung des Euro gibt es jetzt nach Expertenangaben die ersten guten Fälschungen der Gemeinschaftswährung. "Jetzt sind die ersten ernst zu nehmenden Fälschungen in Umlauf", sagte Roland Müller, Leiter der Falschgeldgruppe der Deutschen Bundesbank, der Zeitung "Bild am Sonntag". Es gebe nahezu perfekte 50-Euro-Fälschungen aus Frankreich. "Auf den ersten, flüchtigen Blick sind sie nur schwer von einer echten Note zu unterscheiden", sagte Rudolf Gaspari, Sprecher des Landeskriminalamtes Schleswig-Holstein. Inzwischen habe der falsche Fünfziger auch Deutschland erreicht. Die Blüten seien in mehreren deutschen Städten wie zum Beispiel in Schleswig aufgetaucht, ohne dass zunächst jemand etwas bemerkt habe. Der Fünfziger Müller erklärte: "Die Betrüger haben ihre ganze Energie darauf verwendet, den silbernen Sicherheitsfaden nachzumachen. Das ist sehr gut gelungen. Wer nur auf den Sicherheitsfaden achtet, kann deshalb leicht auf die Fälschung hereinfallen". "Wer sich aber ein paar andere Sicherheitsmerkmale wie das Wasserzeichen, die Spezialfolie oder das Durchsichtsregister ansieht, wird die Fälschung sofort erkennen. Darum sollte man immer mehrere Merkmale prüfen", rät Müller. Das gelte besonders für 50-Euro-Noten. Denn unter Falschgeldbetrügern ist der Fünfziger mit Abstand am beliebtesten. Von den 2400 Fälschungen, die deutsche Fahnder seit dem Euro-Start im Jänner sichergestellt haben, war jede zweite ein 50-Euro-Schein. "Er ist so bekannt, dass man nicht mehr so genau hinsieht, wenn man ihn bekommt", sagte Gaspari. Doch auch bei größeren Scheinen sei jedoch Vorsicht geboten. (APA)