Die Frauen räkeln sich in pornografischen Posen, doch meist fehlt ihnen der Kopf. Das Männliche kommt fast ausschließlich als Penis vor, als das Kopulierende an und für sich. Über das gespreizte, breithüftige und für gewöhnlich amputierte Lustfleisch krabbelt alles mögliche Geziefer, das kleiner ist als ein Hund. Ein Frosch laicht in eine Vagina. Aus Gedärmen ringelt sich eine Schlange. Kurz: ein Panoptikum des Gruseligen, ein Schocker, ein Blick in die Abgründe des Möglichen. Doch dann ist da noch dieses Video. In grieseligen Bildern sehen wir den nackten Künstler Peter Kohlbacher aus Vandans in Vorarlberg, der sich eine Taucherbrille verkehrt herum aufsetzt, eine E-Gitarre umhängt und in schauriger Tonqualität "It's my love" singt. Das steht in einem seltsamen Widerspruch zu den sauber komponierten Ölgemälden (Kohlbacher versteht sein Handwerk!). Hier kontrastiert die ganz normale Abartigkeit mit gänzlich irrealen Schreckensbildern. Vorsicht! Die Ausstellung hinterlässt einen bleibenden Eindruck. (mh /DER STANDARD, Printausgabe, 29.7.2002)