Prag - Die Festnahme des früheren Prager Spitzendiplomaten Karel Srba im Zusammenhang mit einem Mordkomplott gegen eine Journalistin bleibt für den künftigen Leiter der UNO-Vollversammlung, den Tschechen Jan Kavan, vorerst folgenlos. Srba war bis März 2001 Mitarbeiter von Kavan, der damals Außenminister war. Es gebe keinen Grund, warum Kavan wegen der geplanten Ermordung der Redakteurin Sabina Slonkova persönliche Konsequenzen ziehen müsse, sagte Ministerpräsident Vladimir Spidla am Sonntag nach einem Treffen mit Kavan. Präsident Vaclav Havel hatte Kavan unlängst nahe gelegt, das einjährige Amt im September nicht anzutreten. Auch andere Prager Politiker meinen, dass der langjährige Kontakt des Sozialdemokraten mit Srba international ein schlechtes Licht auf Tschechien werfen könnte. Spidla sagte am Sonntag eine "umfassende Aufklärung" zu. Nach ersten Ermittlungen der Polizei könnte Srba die Ermordung von Slonkova in Auftrag gegeben haben, weil die Journalistin Srbas Verwicklungen in mehrere Finanzaffären aufgedeckt hatte.(APA/dpa)