Mohsen Mirdamadi wird den EU-"Außenminister" Javier Solana bei dessen Besuch am Montag in Teheran nicht empfangen können. Solana kommt, um die Beziehungen des Iran zur EU auf eine neue Ebene zu stellen. Dennoch ist der Parlamentsabgeordnete und Chef des Nationalen Sicherheitskomitees im Parlament als Gastgeber verhindert. Mirdamadi, im Zivilberuf Herausgeber der liberalen Zeitung Norooz, sitzt im Gefängnis - wegen Gefährdung der nationalen Interessen ist er von einem Teheraner Gericht zu sechs Monaten Gefängnis und vier Jahren Verbot jeder journalistischen Tätigkeit verurteilt worden."Wie kann jemand gleichzeitig Chef des nationalen Sicherheitskomitees sein und das Vertrauen der meisten Parlamentarier genießen und ausgerechnet wegen Gefährdung der Nationalen Interessen verurteilt werden?", fragte die Zeitung Hamshari. Die iranische Justiz, so das Blatt, verschließe die Augen vor der Wirklichkeit. Neuer Name Norooz musste am vergangenen Donnerstag für sechs Monate ihr Erscheinen einstellen. Die Zeitung, sie hatte zuletzt mehr als 100.000 Leser, soll aber trotzdem - unter dem neuen Namen Roose No und von derselben Redaktion produziert - weiterhin auf den Markt kommen. (DER STANDARD, Printausgabe, 29.7.2002)