Wien - Gesundheitsstaatssekretär Reinhart Waneck (F) beschreitet einen Umweg zu seinem Ziel der Zusammenlegung der Krankenkassen. Im APA-Interview kündigte Waneck an, er wolle die Kassen jetzt "über die Verwaltung und die EDV zwingen, einheitlich zu agieren". "Ideologisch" sei er nach wie vor für eine Zusammenlegung der Kassen. Da es mit der ÖVP dafür aber vorerst noch keinen Konsens gibt, will Waneck nun möglichst gleiche Voraussetzungen für die Verwaltung in allen Bundesländern schaffen, um die Kosten vergleichen zu können. Auch die Sätze für medizinische Leistungen sollten harmonisiert werden. Als einzige Gemeinsamkeit sei den Kassen bisher das einheitliche Rezeptformular gelungen. "Ich bin ein Pragmatiker und ein Realist", begründete Waneck seine Vorgangsweise. Sein längerfristiges Ziel, das er auch in die nächste Regierungserklärung reklamieren will, bleibt aber eine bundesweit agierende Gebietskrankenkasse mit neun Außenstellen in den Bundesländern, die hochspezialisierte Serviceleistungen anbieten. "Zumindest im Servicebereich" sollten auch die Berufskrankenkassen einbezogen werden. Die von der ÖVP propagierten Ländertöpfe zur Gesundheitsfinanzierung lehnt Waneck ab, weil er dagegen sei, "dass nur mehr der Landeshauptmann entscheidet, wie die Gelder vergeben werden". Ablehnung im Hauptverband der Sozialversicherungsträger Im Hauptverband der Sozialversicherungsträger zeigt man keinerlei Verständnis für die Fusionsideen in der Krankenversucherung. Im APA-Gespräch lehnt der Sprecher der Geschäftsführung Josef Kandlhofer neben einer Einheits-Gebietskrankenkasse mit Länderfilialen auch Überlegungen von VP-Länderorganisationen ab, neun Länderkassen zu schaffen, in denen dann auch die Berufskassen aufgehen würden: "Ein Eintopf wird nicht besser, wenn er auf regionaler Ebene ist". Als Argument bringt er unter anderem vor, dass durch das derzeitige System die Träger im Wettbewerb stünden, was günstigere Verwaltungskosten zur Folge habe. Die Gefahr bei solchen Zusammenlegungen sei immer "der Monopolist": "Überall wo ich Monopole habe, kriege ich ein Problem". (APA/red)