Wien - Der börsenotierte niederösterreichische Energieversorger EVN kauft die Stadtwerke Korneuburg. Der dazu erforderliche Gemeinderatsbeschluss in Korneuburg - mit der Liberalisierung des Gasmarktes begründet - war vor wenigen Wochen gefallen. Nun wurde der beabsichtigte Erwerb der Geschäftsanteile der Stadtwerke Korneuburg GesmbH (Korneuburg) durch die EVN AG (Maria Enzersdorf) beim Oberlandesgericht Wien als Kartellgericht angemeldet, wie aus dem Amtsblatt der "Wiener Zeitung" vom Montag hervorgeht. Damit werden wie berichtet rund 4.500 Korneuburger in Hinkunft von der EVN mit Erdgas versorgt. Nach bisherigen Medienberichten soll die EVN die Stadtwerke Korneuburg noch im Oktober dieses Jahres übernehmen. "Trennung schmerzhaft" Die Stadtwerke Korneuburg (ehemals "Städtische Gasversorgung Korneuburg") betrieben das letzte städtische Gaswerk in Niederösterreich. Bürgermeister Wolfgang Peterl war in den NÖN zitiert worden, "das neue Gesetz gibt uns einfach keine Chance mehr, den Betrieb wirtschaftlich zu führen. Eine Trennung von den Stadtwerken ist zwar schmerzhaft, aber unumgänglich." Für den Konsumenten werde höchstwahrscheinlich alles beim Alten bleiben. Lediglich die Administration (Ablesen des Gaszählers, Inkasso etc.) werde sich bemerkbar machen. Nach Angaben der EVN werden die Korneuburger künftig allerdings auch von einer Bonusaktion profitieren, die einem durchschnittlichen Verbraucher etwa 30 Euro pro Jahr an Energiekosten sparen soll. Die EVN hatte nach Verhandlungen mit mehreren Gasversorgern den Zuschlag für den Betrieb des 52 Kilometer langen Netzes erhalten. (APA)