Kabul - Die US-Luftwaffe hat bei ihrem Luftangriff auf eine Hochzeitsgesellschaft in Zentralafghanistan in der Nacht vom 30. Juni zum 1. Juli nach eigenen Angaben mindestens 48 Menschen getötet und 117 weitere verletzt. Wie viele Zivilisten insgesamt seit Beginn des Luftkriegs am 7. Oktober 2001 getötet wurden, ist unklar. Die afghanische Regierung bestätigte kürzlich einen US-Medienbericht, wonach weniger als 500 Zivilisten starben. Sowohl die UNO als auch Washington haben wiederholt folgenschwere Fehlschläge der US-Kampfbomber eingeräumt. Im Folgenden ein Überblick: 9. Oktober: Zwei Tage nach Beginn der Luftangriffe beschießen die USA versehentlich das Büro einer UN-Partnerorganisation nahe Kabul. Vier afghanische Angestellte werden getötet. 28. Oktober: In Kabul werden nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz drei Lager des Roten Kreuzes zerstört; das US-Verteidigungsministerium räumt die Fehlschläge ein. 5. Dezember: Nach Taliban-Angaben kommen bei einem US-Beschuss in der Nähe des östlichen Tora Bora 150 Dorfbewohner ums Leben. Die Organisation Ärzte ohne Grenzen birgt nach eigenen Angaben 72 Leichen; das Pentagon streitet den Angriff ab. 20. Dezember: Die USA greifen in der östlichen Provinz Paktia einen Konvoi von Stammesführern an, die auf dem Weg zur Amtseinführung von Hamid Karsai als Chef der Übergangsregierung sind. Die US-Armee hielt sie für El-Kaida-Mitglieder. Mindestens 60 Menschen werden getötet. Karsai zufolge gibt das US-Verteidigungsministerium den Irrtum zu. 23. Jänner: Die US-Regierung bestätigt, dass ihre Luftwaffe in der Nähe von Kandahar 15 Menschen getötet hat; später gibt sie zu, dass es sich um verbündete afghanische Soldaten gehandelt habe. 29. Jänner: 52 Menschen, die Hälfte Kinder, kommen nach Angaben des Roten Kreuzes bei einem Luftangriff in der nördlichen Provinz Gardes ums Leben. Nach Angaben des Pentagon wurden Militäreinrichtungen beschossen. 7. März: Nach afghanischen Angaben werden bei einem US-Luftangriff 23 Menschen, unter ihnen auch Frauen und Kinder, getötet. Die USA sprechen von 14 Opfern. 17. April: Ein US-Kampfbomber nimmt versehentlich kanadische Soldaten unter Beschuss; vier von ihnen kommen ums Leben, acht weitere werden verletzt. 17. Mai: Bei einer Hochzeitsfeier in Ostafghanistan werden nach afghanischen Angaben mindestens zehn Menschen von einer US-Bombe getötet; die US-Armee gibt an, sie sei angegriffen worden. (APA)