Rom - Der Europa-Abgeordnete der Lega Nord, Mario Borghezio, der vergangene Woche auf Einladung des Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haider mit Vertretern des Vlaams Blok und der FPÖ zusammengetroffen ist, zeigt sich über den Wirbel rund um das Treffen in Klagenfurt nicht überrascht. "Die Tatsache, dass die sogenannten populistischen Bewegungen enger aneinander rücken, stört den Schlaf vieler Parteien. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir alle zusammen bei den Europawahlen bis zu 20 Prozent der Stimmen erhalten könnten. Überall wo Themen wie Immigration und Sicherheit aktuell sind, haben wir große Wachstumsmöglichkeiten", sagte Borghezio am Montag im Gespräch mit der APA. Den Dialog mit dem Vlaams Block und der FPÖ wolle Borghezio auch auf die niederländische Partei des im Mai ermordeten Rechtspopulisten Pim Fortuyn erweitern. Bisher habe die niederländische Gruppierung hauptsächlich Verbindungen mit der Forza Italia von Silvio Berlusconi geknüpft. Dies solle sich nun ändern. Die Lega Nord hatte bereits eine eigene Delegation zur Beerdigung des Politiker geschickt, was das Terrain zu weiteren Kontakten ebnen könnte, so Borghezio. Zugleich wolle die Lega Nord weiterhin die Beziehungen zur FPÖ pflegen. "Haider ist eine Persönlichkeit, die nicht kalt lässt. Daher ist so viel Wirbel um unser Treffen entstanden, obwohl wir eigentlich keine Werbung gesucht haben", meinte Borghezio. Ein weiteres Zusammentreffen sei am 19. Oktober in Kärnten geplant. "Dies wird eine weitere Gelegenheit bieten, um auf dem Weg des gemeinsamen europäischen Dialogs fortzuschreiten", so der Lega-Politiker. "Es ist logisch, dass sich die regionalen Kräfte, die sich gegen die europäische Bürokratie und die wilde Internationalisierung wehren, kooperieren müssen", sagte Borghezio. Er stellte fest, dass das Treffen in Klagenfurt mehr Aufsehen in Österreich als in Italien erregt habe. "In Italien hat man begriffen, dass die Lega Nord, die seit über einem Jahr an der Regierung ist, kein Schreckgespenst ist. Wir sind eine politische Kraft, die sich für lokale Identitäten und für das Europa der Völker und der Regionen gegen die voranschreitende Globalisierung wehrt", so Borghezio.(APA)