Nach Doppelmord in Südsteiermark: Mutmaßlicher Täter einvernommen Untersuchungsrichter: "Er hat seine Frau offenbar gehasst" Graz - Jener Mann, der vor einer Woche in Leutschach (Bezirk Leibnitz) seine Ehefrau und einen Gendarmen erschossen hatte, wurde nun erstmals einvernommen. Der 53-Jährige hatte nach der Tat offenbar einen Selbstmordversuch verübt und war mehrere Tage im Tiefschlaf gelegen. Er hat die Tat nach seinem Aufwachen gestanden. Motiv für die Bluttat dürfte Hass auf seine Frau gewesen sein, so Untersuchungsrichter Raimund Frei am Montag. Hintergrund Johann S. hatte seine Ehefrau an ihrem Arbeitsplatz in einem Supermarkt erschossen. Gleich darauf tötete er auch den Gendarmen Albert Strohmeier, der von Nachbarn alarmiert worden war, durch einen Kopfschuss. Er selbst wurde von einem zweiten Gendarmen angeschossen und dürfte unmittelbar danach auch einen Selbstmordversuch verübt haben. Dabei erlitt er einen Kieferbruch. Das Motiv für den folgenschweren Amoklauf dürfte die Absicht der Ehefrau gewesen sein, die Scheidung einzureichen. Direkter Auslöser soll aber ein ganz simples Problem gewesen sein: "Er hat seine Wäsche an diesem Tag nicht bekommen", so der Richter Frei. Daraufhin sei S., "ein relativ einfacher Mensch", ausgerastet und habe beschlossen, seine Frau zu töten. Der Gendarm stand ihm dann bei der Flucht im Weg und wurde von ihm niedergeschossen, so Frei. Johann S. wird vom LKH ins Gefängnis-Spital überstellt, wo er weiterhin in U-Haft bleibt. Die Einvernahme ist laut Frei vorerst abgeschlossen, nun wird auf das Ergebnis mehrerer Gutachten gewartet, darunter ein medizinisches und ein psychologisches. (APA)