Manchmal ist die Realität skurriler, als es sich jeder Possenschreiber auszumalen vermag. Von dieser Binsenweisheit wollte sich der grüne Sozialsprecher Karl Öllinger aber nicht abhalten lassen, die Realsatire, die unter dem Titel "Gezerre um Gauggs Vertrag" seit Monaten läuft, durch eine Posse zu toppen zu versuchen.In der Realität zieht sich gerade der dritte Versuch, Reinhart Gaugg zu einem Sondervertrag als Vizegeneraldirektor der Pensionsversicherung kommen zu lassen - Öllinger hingegen veröffentlicht im Internet (www.gruene.at) unter dem Motto "Achtung, Satire" Details aus dem geheimen Sondervertrag. Etwa den Punkt der Unkündbarkeit: "Das Dienstverhältnis wird auf die Dauer von fünf Jahren unkündbar abgeschlossen. Der Vertrag verlängert sich danach um zehn Jahre, danach jeweils um 15 Jahre, wenn Gaugg nicht von einer der Vertragsparteien zuvor schriftlich zum Kaiser ernannt wird." Oder der Punkt Dienstprüfung "Der Vizegeneraldirektor ist von der Dienstprüfung befreit, weil sein Auftreten sehr intelligent wirkt und er auch gut buchstabieren kann (Neu, Attraktiv, Zielstrebig, Ideenreich)." So weit Öllingers Satire. Bleibt abzuwarten, was die Realposse dem entgegenhält. (DER STANDARD Print-Ausgabe, 30.7.2002)