Belgrad - Die Demokratische Partei Serbiens (DSS) des jugoslawischen Präsidenten Vojislav Kostunica ist am Montag ohne ihre 45 Sitze im serbischen Parlament geblieben. Der Parlamentsausschuss für Verwaltungsangelegenheiten hat den Entzug aller Mandate der Demokratischen Partei Serbiens beschlossen, nachdem sich die Führung der Regierungskoalition, der Demokratischen Opposition Serbiens (DOS), am vergangenen Freitag in Novi Sad über den Ausschluss der Partei von Kostunica aus dem Bündnis geeinigt hatte. Der Parlamentsausschuss hatte zuvor seine frühere Entscheidung über den Entzug von 21 Abgeordnetenmandaten der DSS außer Kraft gesetzt. Dies geschah auf Grund eines Beschlusses des jugoslawischen Verfassungsgerichtes, das vergangenen Freitag den Beschluss des Parlamentsausschusses vom 11. Juni für verfassungswidrig erklärt hatte. Der Spitzenfunktionär der Demokratischen Partei Serbiens, Dejan Mihajlov, hatte vor der Sitzung des Parlamentsausschusses Strafanzeige gegen alle Mitglieder des Ausschusses sowie der serbischen Wahlkommission in Aussicht gestellt, die sich am Ausschluss der Partei beteiligen würden. Eine Strafanzeige droht nach Angaben von Mihajlov auch dem Rechtsvertreter der Regierungskoalition, Sinisa Nikolic. DSS-Spitzenfunktionär Dragan Marsicanin hatte Ministerpräsident Djindjic und "seine Trabanten" beschuldigt, in Serbien die Diktatur eingeführt zu haben. Die Demokratische Partei Serbiens war die größte Partei in der Regierungskoalition, ist aber seit vergangenem Sommer nicht mehr in der serbischen Regierung. In der jugoslawischen Regierung hat die Partei seit Anfang des Jahres keine Vertreter mehr. (APA)