Vilnius/Palanga - Russland will auch in Zukunft Militärtransite in die Exklave Kaliningrad (Königsberg) durch Litauen abwickeln. Dies sagte der russische Verteidigungsminister Sergej Iwanow am Dienstag im litauischen Kurort Palanga nach einem informellen Treffen mit seinem litauischen Amtskollegen Linas Linkevicius, meldete die einheimische Nachrichtenagentur ELTA. In dem Kaliningrader Gebiet sind Teile der russischen Ostseeflotte stationiert. Sie werden auch auf dem Schienenweg durch Litauen von Kernrussland aus mit Nachschub beliefert. Nach litauischen Angaben finden solche Transporte nahezu täglich statt und machten im ersten Quartal dieses Jahres knapp 3.000 Eisenbahnwaggons aus. Iwanow sagte, dieser Transportweg sei besonders für giftige Materialien wie etwa Raketentreibstoff der sicherste. Linkevicius wies nach Aussage seiner Sprecherin darauf hin, die Entscheidung über russische Militärtransite liege nicht allein beim litauischen Verteidigungsministerium. Sein Land werde im Hinblick auf die angestrebten Beitritte zu EU und NATO dabei eingegangene Verpflichtungen einhalten. Iwanow lobte die bisherigen Transitregelungen. Aus russischer Sicht müssten diese nicht geändert werden. Nach Aussage beider Minister erhofft man sich in näherer Zukunft eine längerfristige Lösung.(APA/dpa)