Wien - Die Arbeiterkammer (AK) begrüßt zwar den "Corporate Governance Kodex", eine Initiative zur Verbesserung der Unternehmenstransparenz und -kontrolle, fordert jedoch klare gesetzliche Regelungen anstatt bloßer Empfehlungen. Wesentliche Grundsätze für eine bessere Unternehmenskontrolle sollten im Aktienrecht und im Handelsgesetzbuch verankert werden, etwa Unvereinbarkeitsregeln für Organe und Wirtschaftsprüfer oder klare Bilanzierungsregeln am Dienstag. Mitte Juli hatte der Regierungsbeauftragte für den Kapitalmarkt, der ehemalige OMV-Generaldirektor Richard Schenz, einen Regelkatolog vorgelegt, der für mehr Klarheit und Übersicht in den Führungsetagen heimischer Unternehmen sorgen soll. Einige Punkte sollten "härter gefasst" sein als im bestehenden Aktienrecht, fordert Schenz. In Kraft treten soll der Kodex Anfang Oktober. Zweiter Entwurf bietet zu wenig Schutz Die AK bemängelt außerdem, dass bei der Erstellung des 78-Punkte-Kodex kein Vertreter der Arbeitnehmer zu Mitarbeit eingeladen worden sei. Der nun zur Diskussion vorgelegte zweite Entwurf des österreichischen Corporate Governance Kodex biete nicht genügend Schutz für Arbeitnehmer und Anleger, so die AK. Klare Obergrenzen für Stock-Options-Programme, keine Stock-Option-Pläne für Aufsichtsräte, mehr Unabhängigkeit von Aufsichtsräten, die Veröffentlichung von Vorstandsbezügen und stärkere Kontrolle von Insider-Informationen seien weitere wichtige Punkte bei der Erstellung des Kodex. Da es beim Corporate Governance Kodex keine Sanktionsmöglichkeiten gebe, müsse der Justizminister aktiv werden und die wichtigsten Grundsätze für eine effiziente Unternehmenskontrolle im Aktienrecht und im Handelsrecht festlegen, so die AK. (APA)