Ramallah - Zwischen Palästinenserpräsident Yasser Arafat und seinem neuen Innenminister bahnt sich ein Machtkampf an. Wie am Dienstag aus führenden Kreisen der Autonomiebehörde verlautete, drohte der Anfang Juni ernannte General Abdel Rasak Yehia Arafat bereits mit Rücktritt. Arafat wollte Yehia zuvor zwingen, mehrere personelle Umbesetzungen im Polizeiapparat der Palästinenser zurückzunehmen. Daraufhin sagte Yehia eine für das Wochenende angekündigte Reise nach Washington zu Gesprächen mit der US-Regierung ab. Außerdem drohte er dem fast 73-jährigen Palästinenserführer mit einem "unbefristeten Urlaub" in Jordanien, hieß es am Dienstag in Ramallah. Ähnliche Auseinandersetzungen soll es den Berichten zufolge bereits zwischen Arafat und dem neuen palästinensischen Finanzminister Salam Fayad gegeben haben. Arafat habe versucht, umfassende personelle Änderungen Fayads im Finanzministerium rückgängig zu machen. Fayad, der international hohes Ansehen genießt, habe Männer, die als korrupt galten und Arafat ergeben waren, durch "seine Leute" ersetzen wollen. Sowohl Yehia als auch Fayad haben sich in den vergangenen Wochen bereits zwei Mal mit israelischen Ministern getroffen. Yehias Vorschläge zur Reform des palästinensischen Sicherheitsapparats sind auf die Zustimmung der US-Regierung gestoßen, die ihn deshalb zu Gesprächen am Wochenende in Washington eingeladen hatte. Yehia selbst wollte am Dienstag nicht zu dem Streit mit Arafat Stellung nehmen. (APA/dpa)