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"Sprechende Kirschen" - Richtigkeit von Aussagen soll Leseschwächen testen

Foto: APA/dpa/Liu
"Bananen sind blau" und "Kirschen können sprechen" - Mit Hilfe eines Tests über die Richtigkeit solcher Aussagen sollen Leseschwächen bei Kindern erkannt werden. Ab Herbst wird das Bildungsministerium den Volksschulen im Rahmen des Projekts "Lese-Fit - Lesen können heißt lernen können" solche Testreihen flächendeckend zur Verfügung stellen. Ziel der Initiative ist es, die Anzahl von leseschwachen Kindern zu halbieren. Immerhin hat die internationale PISA-Studie ergeben, dass in Österreich vier Prozent der 15-jährigen Schüler kaum und zehn Prozent nur schlecht lesen können. Schon bisher waren solche Tests verfügbar, nur mussten sie von interessierten Lehrern speziell bestellt werden. Eine Variante ist das von Heinz Mayringer und Heinz Wimmer entwickelte "Salzburger Lese-Screening" für Volksschüler sowie ältere Kinder mit Verdacht auf Leseschwäche. Die Kinder lesen dabei eine Liste inhaltlich zunächst sehr einfacher Sätze wie eben "Bananen sind blau" und müssen am Ende jeder Zeile markieren, ob die Aussage zutreffend ist oder nicht. Die Sätze werden dann aber in lesetechnischer Hinsicht zunehmend schwieriger. Bewertet wird, wie viele Beispiele in drei Minuten korrekt bearbeitet werden konnten. "Tee kann man trinken", "In der Wüste regnet es oft" Das Material kann dabei von Ende der ersten bis Ende der vierten Schulstufe verwendet werden. Dadurch wird anhand der Normdaten beurteilen werden, wie weit ein Kind in seiner Leseentwicklung zurück liegt. Festgestellt werden kann dadurch etwa, dass ein Kind in der Mitte der vierten Schulstufe wie ein durchschnittliches Kind am Ende der zweiten Schulstufe liest. Die Testbeispiele reichen von Beispielen wie "Tee kann man trinken" und "In der Wüste regnet es oft" über "Schnee kann schmelzen", "Ameisen sind große Tiere", "Die Katze ist eine Pflanze" und "Die Mittagspause ist am Abend" bis zu "Der Berggipfel ist höher als das Tal", "Ein Sturm ist stärker als ein leichter Wind", "Mit dem Lineal kann ich messen, wie schwer etwas ist" und "Wenn die Verkehrsampel rot zeigt, muss man stehen bleiben". Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) will mit den Tests allerdings keine Rankings erstellen lassen, sondern den Anstoß zu vermehrter Beschäftigung mit dem Lesen geben. Wenn die Kinder nicht ausreichend lesen können, sollen die zur Verfügung stehenden Förderstunden für die Leseförderung verwendet werden. (APA)