Der deutsche Bertelsmann-Konzern wird nach dem Ausscheiden von Vorstandschef Thomas Middelhoff auch dessen Plan fallen lassen, wesentliche Teile des Unternehmens an die Börse zu bringen. Der Medienkonzern bereite jedoch weiterhin alles für die Platzierung der Anteile der Group Bruxelles Lambert (GBL) vor, sagte ein Sprecher des Gütersloher Unternehmens am Dienstag. GBL besitzt 25,1 Prozent der Anteile an Bertelsmann und kann 2005 einen Börsengang dieser Anteile verlangen.Eignerfamilie Mohn baut Einfluss aus Unterdessen hat die Eignerfamilie Mohn ihren Einfluss auf das Unternehmen weiter ausgebaut. Liz Mohn, die Ehefrau des "Patriarchen" Reinhard Mohn, übernimmt den Vorsitz der Bertelsmann-Verwaltungsgesellschaft, die die Aktienmehrheit an dem Unternehmen kontrolliert. Dies sagte ein Sprecher der Bertelsmann-Stiftung und bestätigte damit eine entsprechende Meldung der "Welt" vom Dienstag. Spekulationen Über den zukünftigen Kurs des neuen Vorstandsvorsitzenden Günter Thielen wird indes heftig spekuliert. So berichtet die "Financial Times" unter Berufung auf Insider-Kreise, dass über den Verkauf einiger Beteiligungen in den USA, unter ihnen die Musiktauschbörse Napster, nachgedacht werde. Jedes unprofitable Geschäft stehe zur Disposition. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet mit Verweis auf Vorstandskreise, dass Thielen den Expansionskurs Middelhoffs beenden werde. Auch weitere Umbildungen im Vorstand seien der Zeitung zufolge möglich. Ein Sprecher von Bertelsmann sagte, dass er davon ausgehe, dass sich Thielen in den nächsten Tage in der Öffentlichkeit äußern werde. Er verwies darauf, dass der neue Bertelsmann-Chef noch vor wenigen Tagen seinen Ruhestand geplant habe. Eigentlich wollte der 59-Jährige Ende August aus dem operativen Geschäft aussteigen. Der ausgeschiedene Vorsitzende Thomas Middelhoff wird unterdessen sein auf rund 4 Mill. Euro geschätztes Gehalt in den nächsten Jahren weiterbeziehen. Middelhoffs Vertrag war erst vor wenigen Wochen um fünf Jahre verlängert worden. (APA/vwd)