Helsinki - Der finnische Geheimdienst hat im Sommer 1942 den damaligen Reichsführer SS, Heinrich Himmler, bei einem Besuch in Helsinki ausspioniert und dabei eine Liste mit den Namen von 2000 finnischen Juden gefunden. Wie die Zeitung "Helsingin Sanomat" am Dienstag berichtete, ergaben neue Forschungsarbeiten der Historikerin Janne Könönen, dass der Geheimdienst Valpo unter anderem heimlich den Inhalt der Aktentasche Himmlers abfotografierte und die darin enthaltene Liste mit den Namen einheimischer Juden an Staatspräsident Carl-Gustaf von Mannerheim weiterleitete. Dieser habe zu der erwarteten deutschen Forderung nach Auslieferung von Juden erklärt: "Die finnischen Juden werden nur über meine Leiche ausgeliefert." Finnland nahm zu diesem Zeitpunkt als Verbündeter des nationalsozialistischen Deutschland am Krieg gegen die Sowjetunion teil. Himmler brachte die "Judenfrage" dann bei einem Gespräch mit dem damaligen Regierungschef Jukka Rangell zur Sprache, wurde aber von ihm bestimmt mit der Bemerkung abgewiesen, es gebe keine Probleme mit den einheimischen Juden, die "hart arbeitende Bürger" seien und für ihr Land kämpften wie andere Bürger auch. Von den insgesamt 2000 Juden in dem nordeuropäischen Land wurde niemand in die deutschen Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert. (APA)