Wien - Die reichen Staaten werden immer reicher, die armen immer ärmer. Auch das Zusammenwachsen der Weltwirtschaft durch Globalisierung und neue Technologien hat diese Entwicklung nicht aufhalten können. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der UN-Organisation für Industrielle Entwicklung (Unido).Die Studienautoren sehen nur einen Ausweg aus dem Dilemma: Das Zusammenspiel aus klassischer Entwicklungshilfe, Ansiedlung ausländischer Unternehmen und dem Aufbau einer heimischen Industrie. Letzteres sei Voraussetzung, um auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig zu sein. Die Hilfe der entwickelten Staaten sei wiederum notwendig, um eine eigenständige, lebensfähige Industrie aufbauen zu können. Die Investoren dürften die Entwicklungsländer freilich nicht überfahren und müssten Freiräume für innovative Entwicklungen zulassen. Die Studie vergleicht wichtige wirtschaftliche Indikatoren von mehr als 80 Ländern aus den Jahren 1985 und 1998. Demnach ist es nur einigen wenigen Staaten wie China, den Philippinen, Indonesien oder Irland in diesem Zeitraum gelungen, ihre Stellung auf den Weltmärkten signifikant zu steigern. Von 58 Entwicklungsländern würden nur 16 dynamische Produktions- und Exportstrukturen bei einem zunehmenden Anteil an technologieintensiven Produkten aufweisen. 42 Länder hätten noch eine ähnliche technologische Struktur wie 1985. Bei den meisten Entwicklungsländern war die wirtschaftliche Entwicklung der Studie zufolge bestenfalls stabil, oft sogar rückläufig. (APA, DER STANDARD, Printausgabe 31.7.2002)