Salzburg - In Bosnien-Herzegowina seien alle Bedingungen für faire und demokratische Wahlen am 5. Oktober geschaffen worden. Dies erklärte der bosnische Ministerpräsident Dragan Mikerevic am Dienstag gegenüber der APA in Salzburg. Die demokratischen Kandidaten würden sehr gute Bedingungen vorfinden. Zudem herrsche ein "viel höheres Maß an Toleranz als noch vor einigen Jahren", fügte Mikerevic hinzu. Zwar gebe es im Wahlkampf bereits ein "hohes Maß an Polarisierung". Auch die zum Teil auf nationaler Basis beruhenden Aussagen einzelner Politiker seien "nicht zu vernachlässigen". "Wir leben in einer sehr sensiblen Mitte und der nationale Faktor ist noch immer ein entscheidender", sagte Mikerevic. Dennoch sei Bosnien-Herzegowina "viel stabiler als noch im Vorjahr". Das de facto in die bosniakisch-kroatische Föderation und die bosnische Serbenrepublik geteilte Land habe "viele positive Änderungen" erfahren. Zugleich bleibe noch viel zu tun, fügte der Premier hinzu. Eine weitere Annäherung der beiden Entitäten, die Schaffung von Perspektiven vor allem für jüngere Menschen und die Entschärfung der schwierigen sozialen Situation seien von entscheidender Bedeutung. Über den Aufenthalt der beiden meistgesuchten mutmaßlichen Kriegsverbrecher, des früheren Präsidenten der bosnischen Serben Radovan Karadzic und des Militärchefs Radko Mladic, gebe es nur Spekulationen. "Die internationale Gemeinschaft hat Vermutungen, dass die beiden in Bosnien-Herzegowina sein könnten, und es wird viel gesprochen, aber es gibt keine konkreten Hinweise", sagte Mikerevic. Außerdem seien "Karadzic und Mladic auch nicht das größte Problem Bosnien-Herzegowinas". Lediglich "manche Kräfte" würden versuchen, die beiden vom UNO-Kriegsverbrechertribunal Angeklagten als größtes Problem darzustellen. Entscheidend für das Land sei aber die Schaffung von Bedingungen für eine bessere Zukunft. Hier sei vor allem auch die Bildung von effektiven Institutionen von Bedeutung. "Dann ist es auch nicht wichtig, was Karadzic und Mladic morgen machen, wenn die Institutionen heute gut und effektiv arbeiten", betonte der bosnische Regierungschef.(APA)