Zagreb/Wien - Der seit mehr als zehn Jahren ungelöste Streit um den Grenzverlauf zwischen Slowenien und Kroatien wird nach Ansicht des kroatischen Staatspräsidenten Stipe Mesic erst nach einem EU-Beitritt beider Länder gelöst werden können. "Das angebotene Modell ist nicht durchgegangen, deshalb muss man sich wieder an einen Tisch setzen muss statt sich einzugraben", sagte Mesic nach Angaben der slowenischen Nachrichtenagentur STA vom Dienstag gegenüber der Zagreber Tageszeitung "Jutarnji list". Die Regierungen beider Staaten hatten im Sommer des Vorjahres ein Abkommen über den Grenzverlauf zwischen den beiden ehemaligen jugoslawischen Teilrepubliken parafiert. Im kroatischen Sabor hat das Abkommen aber keine Mehrheit bekommen, weil sich die kroatische Regierung verpflichtet hatte, Slowenien 80 Prozent der Bucht von Piran und einen Zugang zu internationalen Gewässern zu überlassen. Mesic nannte im Interview auch das gescheiterte Abkommen über die Regelung des gemeinsamen Besitzes am Atomkraftwerk Krsko und die Deviseneinlagen kroatischer Sparer bei der Zagreber Filiale der slowenischen Ljubljanska banka als offene Fragen in den bilateralen Beziehungen. Er gab sich überzeugt, dass die beiden Staaten diese Probleme selbst lösen werden können.(APA)