Bandar Seri Begawan - Die Außenminister der Vereinigung südostasiatischer Staaten (Asean) haben am Dienstag gemeinsame Anstrengungen zur Bekämpfung des internationalen Terrorismus angekündigt und versuchten damit Vorwürfe zu entkräften, die Region sei eine neue Basis der Al-Qa'ida und mit ihr verbundener Untergrundgruppen.

"Wir erkennen, dass Terrorismus eine globale Bedrohung ist und dass die beunruhigenden Terrorakte und transnationalen Verbrechen, die Frieden und Stabilität in der ganzen Welt bedrohen, von der internationalen Gemeinschaft angegangen werden müssen", hieß es in einer Erklärung der Asean-Außenminister in Brunei. Die Minister stellten eine Verbesserung des Informationsaustausches und der Zusammenarbeit der Geheimdienste in Aussicht, um künftig besser gegen "Terroristen, ihre Organisationen und ihre finanzielle Unterstützung" vorzugehen.

Nordkoreas Offerten

Eine gemeinsame Erklärung sollte später mit US-Außenminister Colin Powell unterzeichnet werden, der von Malaysia aus nach einem Zwischenstopp in Singapur nach Brunei reiste. Powell ließ noch offen, ob er beim Asean-Gipfel auch den nordkoreanischen Außenminister Paek Nam-sun treffen würde. Das Weiße Haus hatte am Montag verlauten lassen, es überprüfe erneut seine Nordkoreapolitik, nachdem Russlands Außenminister Iwanow bei einem Besuch in Pjöngjang von einem Gesprächsangebot Nordkoreas an die USA "ohne Bedingungen" berichtete. Die südkoreanische Regierung nahm indes am Dienstag ihrerseits ein Angebot aus dem Norden zu Verhandlungen an.

Auf den Philippinen, wo Powell am Freitag erwartet wird, kam es zu Protesten gegen die Präsenz von US-Soldaten im Süden des Archipels. Präsidentin Gloria Arroyo lobte den neuen Außenminister, den 75-jährigen Senator Blas Ople, einen US-Kritiker, als neuen Außenminister an. (Reuters, APA, red/DER STANDARD, Printausgabe, 31.7.2002)