Eisenstadt - Die Heurigen rund um den Neusiedler See und entlang des Leithagebirges haben öfter und länger geöffnet als früher - das ist nur ein Symptom dafür, dass die Operettenfestspiele in Mörbisch, aber auch die Opervorstellungen im Sandsteinbruch St. Margarethen den burgenländischen Norden beleben. Vor zwei Jahren errechnete die Wirtschaftskammer, dass alleine die Besucher in Mörbisch rund 35 Millionen Euro in den Bezirken Neusiedl und Eisenstadt ausgeben. Damals kamen 180.000 Besucher, um den Zigeunerbaron zu sehen. Heuer werden 40.000 mehr zu Lehárs Csárdásfürstin erwartet. Viele übernachten im Seewinkel und fahren mit der Fähre von Illmitz über den See nach Mörbisch, da es rund um Eisenstadt zu wenige Hotels gibt. "Bemerkenswert niedrige" Förderquote Die Mörbischer Seefestspiele haben ein Jahresbudget von 7,95 Mio. EURO, so Geschäftsführer Dietmar Posteiner zum S TANDARD , "bemerkenwert niedrig" sei die Förderquote: 370.000 EURO schießt das Land zu, 220.000 EURO der Bund. Sollten keine der 36 Vorstellungen verregnet werden, bringen die Kartenverkäufe 6,6 Mio. EURO, der Rest finanziert sich durch CD-Verkauf, Programmhefte und Sponsoren. Die verschuldete Gemeinde Mörbisch zahlt seit 1996 nichts dazu (obwohl sie mit dem Land Träger des Vereins ist), die Veranstalter überweisen ihr brav jährlich eine Viertelmillion an Lustbarkeitsabgabe. (szem, DER STANDARD, Printausgabe 31.7.2002)