Mit der Gründung einer gemeinsamen Zementtochter 1994 fing alles an: Die Lieferbeton, Tochter der britischen RMC, und Kies-Union gründeten die Zement GmbH als Einkaufsgesellschaft. 1995 kam dann die Kapitalverschränkung mit je 25 Prozent. Ein Jahr später zogen sich die Familienaktionäre zurück und RMC stockte weiter bis auf schließlich knapp unter 90 Prozent auf. Das war rechtlich in Ordnung, da laut österreichischem Übernahmerecht kein Angebot an den Streubesitz nötig war. In diese Zeit fällt auch der Auskauf von Kleinaktionären. Was die heute übrig Gebliebenen immer noch aufregt. So kreiden sie an, dass die damaligen Aktionäre Wiener Städtische und Grazer Wechselseitige zu einem Kurs von 170 Euro, bei gleichzeitigem Börsenkurs von 80 Euro ausgekauft wurden. Bank-Austria-Vorstand Karl Samstag war damals Aufsichtsrat bei der Wiener Städtischen und bei der Kies-Union. Der Rechtsberater der Kies-Union, Walter Brugger, saß ebenso im Aufsichtsrat. RMC ist gerade dabei, ihre Tochter Readymix in Deutschland zu verkaufen. Wachstum erwarten sich die Briten vor allem von den Osttöchtern. Diese sind seit dem Einstieg der Briten aus dem Einfluss der Kies-Union entfernt worden, auch das ein Vorwurf der Aktionäre. (este, DER STANDARD, Printausgabe 31.7.2002)