Freiburg - Feuerspucker leben gefährlich: Das Hauptproblem sind nach Medizinerauskunft in Deutschland aber nicht mögliche Verbrennungen, sondern vielmehr die Gefahr, die Brennflüssigkeit in die Lungen zu bekommen und gar daran zu ersticken. Die Vergiftungsinformationszentrale (VIZ) der Universitätsklinik Freiburg warnte am Dienstag daher auch vor der Teilnahme an so genannten Feuerspuck-Workshops. Das Angebot richte sich zunehmend auch an Jugendliche. "Besonders gefährlich sind Unfälle, bei denen sich die Feuerspucker an der Flüssigkeit verschlucken und so die Brennflüssigkeit einatmen", sagte Maren Hermanns-Clausen, Leiterin der Informationszentrale. Beim Feuerspucken wird eine brennbare Flüssigkeit in den Mund genommen und wieder ausgespuckt, wobei sie entzündet wird. Gelangt die Flüssigkeit aus dünnflüssigen Petroleumderivaten in die Lunge breitet sie sich schnell über große Flächen der Schleimhäute aus, vergleichbar mit Öl auf einer Wasserfläche. Dadurch werde die Atmung behindert, da der "Ölfilm" für Sauerstoff kaum zu durchdringen sei. Die Feuerschlucker könnten ersticken. Doch diese Gefahr sei äußerst selten. Häufiger reize die Brennflüssigkeit die Lungenbläschen und führe zu einer Entzündung. Teile der Lunge könnten so zerstört und die Leistungsfähigkeit dauerhaft beeinträchtigt werden. Allein in diesem Jahr seien in Deutschland mehrere Patienten nach Unfällen beim Feuerspucken beatmet worden, sagte die Vergiftungsexpertin Hermanns-Clausen. (APA)