Der INC (Iraqi National Congress) von Ahmad Chalabi (57) - seit über vierzig (!) Jahren im Exil - ist zwar als Dachbewegung aller Oppositionsgruppen gedacht, erfüllt diesen Anspruch aber nicht. Richtig wohl fühlen sich nur die irakischen Nationalisten mit etlichen Gruppierungen. Die beiden großen Kurdengruppen KDP und PUK gehören nicht dazu, auch nicht die Islamisten von der SCIRI und die Kommunisten, beide können sich nicht mit der CIA-Nähe der Organisation anfreunden. Keine Schwierigkeiten damit hat der wie Chalabi in London lebende Ayyad Alawi, der ebenfalls den Irak bereits 1971 verlassen hat. Seine Gruppierung INA (Iraqi National Accord, Wifaq) zieht ihre Unterstützung hauptsächlich aus Dissidentenkreisen der Baath-Partei, stark vertreten sind auch Militärs. Der INC wird von den USA gepusht, eher mangels Alternativen. Chalabi ist eine schillernde Figur mit einer Vergangenheit als Bankrotteur in Jordanien, wo ein Haftbefehl gegen ihn läuft. Erst vergangenen Winter hatte Washington den Geldhahn für den INC zugedreht, als Chalabi über ein paar Millionen Dollar keine Rechenschaft abgeben konnte.(DER STANDARD, Printausgabe, 31.7.2002)