New York - Mehr als drei Monate nach der israelischen Besetzung von Jenin im Westjordanland legt die UNO am Donnerstag einen Bericht über die Vorgänge in dem palästinensischen Flüchtlingslager vor. Das verlautete am Dienstag aus Diplomatenkreisen. Die UNO-Generalversammlung werde sich voraussichtlich am Freitag mit dem Bericht befassen, sagte der palästinensische Vertreter bei den Vereinten Nationen, Nasser Kidwa. Die Veröffentlichung des Bericht war zuvor mehrmals verschoben worden. Die Palästinenser werfen Israel vor, im dem Flüchtlingslager Massaker an der Zivilbevölkerung verübt zu haben. Israel weist die Anschuldigungen zurück, verhinderte jedoch die Entsendung einer UNO-Delegation nach Jenin. Der Bericht basiert daher auf Zeugenaussagen vornehmlich von UNO-Mitarbeitern, die Zugang in das Lager hatten, sowie auf Informationen anderer Hilfsorganisationen. Die UNO-Generalversammlung hatte UNO-Generalsekretär Kofi Annan Anfang Mai mit der Erstellung des Berichts beauftragt. Die israelische Armee besetzte das Flüchtlingslager von Jenin im Rahmen der Großoffensive "Operation Schutzwall" im April. Bei blutigen Häuserkämpfen kamen 23 israelische Soldaten und mindestens 50 Palästinenser ums Leben. Große Teile des Lagers wurden dem Erdboden gleichgemacht. (APA)