Salzburg - In Österreich sind derzeit rund 500.000 Menschen in atypischen Verhältnissen beschäftigt. Das heißt, sie arbeiten, sind aber nicht vollständig in das Sozialversichungssystem integriert.SP-Parteichef Alfred Gusenbauer will das ändern: Zumindest in jenen Bereichen, wo "öffentliches Interesse" bestehe, sollen die "Atypischen" sozialversichert werden, wobei der Staat den Arbeitgeberanteil übernehmen müsste. Bei diesem im Rahmen eines Treffens mit Vertretern des Dachverbandes Salzburger Kulturstätten am Montagnachmittag präsentierten Vorschlag hat Gusenbauer vor allem Beschäftigte in sozialen Diensten und Kulturprojekten im Auge. In der Privatwirtschaft atypisch Beschäftigte sollen nicht in den Genuss der Sozialversicherung kommen: Diese Abgrenzung sei notwendig, um nicht ein noch "größeres Problem" zu schaffen. Gusenbauer sieht diesen Vorschlag als Teil eines neuen Kulturprogrammes der Sozialdemokraten. Neben dem Versprechen, sich für eine bessere soziale Absicherung der im Kulturbereich Beschäftigten einzusetzen, will der SP-Chef auch das Kunstministerium wiederbeleben. Bei einer Regierungsbeteiligung werde die SP ein eigenes Ministerium für "Kunst, Kultur und Medien" einrichten. Insgesamt will Gusenbauer zwölf Ministerien. Von der Ansage seines Vorgängers Viktor Klima, "Kultur ist Chefsache", hält Gusenbauer wenig: "Was ist nicht Chefsache?" Wer allerdings ein Kulturministerium übernehmen könnte, ließ der SP-Vorsitzende ebenso unbeantwortet wie die Frage nach den Kosten, die der öffentlichen Hand mit der Übernahme von "Atypischen" in das ASVG-System erwachsen würden. (neu - DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 31.7.2002)