Jerusalem - Die Palästinenser wollen israelischen Angaben zufolge die Rückzahlung ihrer monatelang eingefrorenen Gelder nicht annehmen. Der palästinensische Finanzminister Salam Fayad lehne die Bedingungen Israels für die Auszahlung einer ersten Tranche von rund 15 Millionen Euro ab, sagte ein hochrangiger Regierungsbeamter am Mittwoch in Jerusalem. Fayad wolle nicht garantieren, dass das Geld nicht an palästinensische Sicherheitsdienste gehe, die laut Israel in "terroristische" Aktivitäten verwickelt sind. Auch wolle er nicht zusagen, dass palästinensische Politiker Summen für sich abzweigten. Israel sei nur bereit, humanitäre und wirtschaftliche Hilfe für die palästinensische Bevölkerung zu leisten, betonte der Beamte. Fayad war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar. Vergangene Woche hatte der israelische Rundfunk berichtet, Israel verzichte auf seine Bedingungen für die Rückgabe der geschuldeten Summen. Danach beharrte die Regierung nicht mehr auf einer Kontrolle durch israelische, palästinensische und US-Experten, die die Verwendung der Gelder überwachen sollten. Die eingefrorenen Gelder stammen aus israelischen Schutzzöllen sowie aus der Einkommenssteuer, die in Israel beschäftigte Palästinenser zahlen müssen. Laut dem Osloer Friedensabkommen von 1993 ist Israel verpflichtet, diese Zahlungen an die Autonomiebehörde abzuführen. Sie werden seit Beginn der Intifada im September 2000 zurückgehalten. Nach palästinensischen Angaben beträgt die aufgelaufene Gesamtsumme inzwischen etwa eine Milliarde Dollar. (APA)