Tokio - Der weltgrößte Mobilfunkanbieter, die britische Vodafone Group plc, hat eingeräumt, dass durch ihre Bilanzierung der Jahresumsatz im Verhältnis zu einigen Wettbewerbern aufgebläht wurde. Laut "Financial Times" vom Mittwoch hat Vodafone erklärt, Einnahmen aus mobilen Internetdiensten in einigen Fällen komplett als Eigenumsatz gebucht zu haben, auch wenn ein Teil davon an Content-Lieferanten weitergegeben werden musst. Vodafone habe die Praxis aber verteidigt. Das Unternehmen habe nur in den Fällen Gesamtumsätze verbucht, in denen es selbst gegenüber den Nutzern der Dienste als Eintreiber der Zahlungen aufgetreten sei und somit das Risiko von Zahlungsausfällen gehabt habe.Unterschiedliche Bewertungen Unterdessen hätten sich weitere Mobilfunkbetreiber geäußert, berichtet die "Financial Times". So habe mm02 plc, London, geäußert, sie verbuche entsprechende Zahlungen nicht als Umsatz, wenn sie an Dritte weitergegeben würden. Gleichlautend habe sich Orange SA, Paris, geäußert. Dagegen wollte der britische Zweig von T-Mobile International AG, Bonn, keinen Kommentar abgeben. Analysten bewerten den Vorgang unterschiedlich. Einige hoben hervor, dass durch die Praxis der durchschnittliche Umsatz je Nutzer (ARPU) zu hoch ausgewiesen worden sei. Dagegen urteilten andere Experten, dass es sich bei den fraglichen Beträgen lediglich um einen winzigen Teil des Gesamtumsatzes handle. Umstrittenes Gehaltspaket für Vodafone-Chef gebilligt Unterdessen wurd ein umstrittenes Gehaltspaket für Vodafone-Chef Gent am Mittwoch von der Hauptversammlung des Mobilfunkanbieters gebilligt worden. Mit 84 Prozent der Stimmen bewilligten die Aktionäre in London ein Grundgehalt von 1,2 Mill. Pfund (1,9 Mill. Euro) und dazu Obligationen und Aktien im Wert von bis zu 3,9 Mill. Pfund. Gents Bezahlung - die höchste aller britischen Manager - war angesichts des drastischen Kursverfalls der Vodafone-Aktie in die Kritik geraten. Ein Aktionär hielt Gent bei der Hauptversammlung vor, sein Einkommen sei in "astronomische" Höhen gestiegen: "Sie haben nichts zu befürchten, aber wir müssen leiden." (APA)