Washington - Der Kandidat für den Board der US-Notenbank Federal Reserve, Ben Bernanke, hat sich besorgt gezeigt, dass die turbulente Kursentwicklung an den Aktienmärkten im laufenden Jahr negativ auf die allgemeine Wirtschaftsentwicklung durchschlagen könnte. Bei einer Anhörung vor dem Bankenausschuss des Senats sagte Bernanke am Dienstag, der Niedergang der Aktienkurse bringe "große und ernsthafte" Nachteile für die Wohlfahrt des Landes mit sich, die im Verlauf des Jahres das Wirtschaftswachstum belasten könnten. Allerdings betonte Bernanke zugleich, dass die Verbraucher die robusten Fundamentaldaten des Landes nicht aus dem Blick verlieren dürften. "Der Aktienmarkt ist nicht die ganze Volkswirtschaft", fügte er hinzu. Auch habe die US-Wirtschaft die Auswirkungen des 11. September bereits weitgehend verkraftet. Positiv hervorzuheben sei daneben der rasche Anstieg der Arbeitsproduktivität. Mit Blick auf Forderungen nach der Einführung eines Inflationsziels für die Fed sagte Bernanke, dass ein solcher Schritt "nicht das Verlassen der bisherigen Linie der US-Geldpolitik bedeuten" und auch keine Änderung der grundsätzlichen Ausrichtung bewirken würde. Die Verfolgung eines Inflationsziels würde lediglich auf den Erfolgen der Notenbank in den vergangenen zwei Jahrzehnten unter den Präsidenten Alan Greenspan und Paul Volcker aufbauen. (APA/vwd)