Wien - Die Zahl der Verurteilungen nach dem Verbotsgesetz hat sich nach einem starken Anstieg in den beiden Vorjahren im Jahr 2001 wieder auf einen Mittelwert eingependelt. 24 Personen wurden 2001 wegen Paragraf 3 Verbotsgesetz, Verbrechen der Betätigung im nationalsozialistischen Sinn, verurteilt. Das geht aus dem vom Justizministerium erstellten Teil des Sicherheitsberichtes 2001 hervor. Stark angestiegen ist die Zahl der Verteilungen wegen Verhetzung nach Par. 283 Strafgesetzbuch - und zwar nach drei Fällen 1999 und einem Fall 2000 auf elf Fälle im Vorjahr. Im Jahr 1999 hatte es einen "Sprung" von elf auf 25 Verurteilungen gegeben, 2000 stiegen sie nochmals auf 32 an. Ein wesentlicher Teil der Verurteilten war in diesen beiden Jahren der Skinhead-Szene zuzurechnen. Als Tathandlungen scheinen häufig das Singen von einschlägigen Liedern oder Abspielen von einschlägigen CD auf. Nach wie vor nicht angewendet wird der 1992 als eigener Tatbestand herausgelöste Par. 3 h Auschwitz-Lüge. Seit 1995 gab es nur ein Mal - im Jahr 1996 - eine rechtskräftige Verurteilung nach diesem Paragrafen. Die genannten Zahlen entstammen nicht der "offiziellen" gerichtlichen Kriminalstatistik, sondern einer internen Statistik des Justizministeriums. In der Gerichtlichen Kriminalstatistik werden Verfahren wegen mehrerer Strafhandlungen nämlich nur dem Delikt zugeordnet, das für den Strafsatz maßgebend ist. Die Ministeriums-Statistik zählt, basierend auf den Berichten der Staatsanwaltschaft, alle Verurteilungen nach einem bestimmten Paragrafen. Entsprechend liegen die Zahlen aus der Gerichtlichen Kriminalstatistik niedriger. Sie weist für 1999 16, für 2000 31 und für 2001 17 Verurteilungen nach Par. 3 Verbotsgesetz aus. Die Zahl der Verurteilungen wegen Verhetzung sind in dieser Statistik drei für 1999, keine für 2000 und neun für 2001. (APA)