Belgrad - Zwischen dem jugoslawischen Präsidenten Vojislav Kostunica und Serbiens Ministerpräsidenten Zoran Djindjic ist der Gesprächsfaden gerissen. Die Kommunikation sei "unwiderruflich abgebrochen", erklärte Kostunica in einem Interview am Mittwoch. Als Grund nannte er den Rauswurf aller 45 Abgeordneten seiner Demokratischen Partei Serbiens (DSS) aus dem Parlament Serbiens. Dieser "Diebstahl" der DSS-Mandate und die Missachtung des Wählerwillens durch die Mehrheit des regierenden Bündnisses DOS sei "brutaler" gewesen, als es sich selbst der frühere jugoslawische Präsident Slobodan Milosevic getraut hätte, sagte Kostunica der Nachrichtenagentur Beta. Das aktuelle politische und öffentliche Geschehen in Serbien sei "schmutzig". Ihn treffen daran jedoch keine Mitschuld. Über seine eigene eventuelle Kandidatur um die serbische Präsidentschaft werde er unter Berücksichtigung der "Nutzen für den Staat" entscheiden. Die Wahl im September werde ein Kampf unterschiedlicher politischer Konzepte sein: Auf der einen Seite würden die "Hüter des Rechts" und auf der anderen diejenigen stehen, die jedes Recht missachten. Die Frage des Staates müsse über jedem Parteiinteresse stehen, betonte Kostunica.(APA/dpa)