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Der jugoslawische Parlamentspräsident Dragoljub Micunovic

Foto: EPA/Milos Bicanski
Belgrad - Der jugoslawische Parlamentspräsident Dragoljub Micunovic hat vorgezogene Parlamentswahlen in der Teilrepublik Serbien als Ausweg aus der aktuellen politischen Krise vorgeschlagen. Im Belgrader Fernsehsender "B-92" kritisierte Micunovic die Politik des regierenden Bündnisses DOS: "Es geht nur noch darum, wie man den Kontrahenten Schaden zufügen kann." Das Parlament entzog am Montagabend der Demokratische Partei Serbiens (DSS), die Partei des jugoslawischen Präsidenten Vojislav Kostunica, ihre Sitze im serbischen Parlament. Die DSS will sich dagegen erneut rechtlich zur Wehr setzten. Der serbische Ministerpräsident Zoran Djindjic hingegen, der wichtigste Kontrahent Kostunicas, hält den Beschluss wegen des Verhaltens des serbischen DSS-Abgeordneten hingegen für richtig. Micunovic gab allerdings zu bedenken: "Jetzt stellt sich die Frage, wer die Mandate bekommen soll - entweder jene Abgeordneten, die sie bereits einmal wegen unregelmäßiger Teilnahme an Parlamentssitzungen verloren haben, oder jene, die ihre Mandate schon früher zurückgelegt haben, oder aber die Opposition - die Sozialistische und die Radikale Partei." Micunovic hat in den vergangenen Jahren mehrfach die Rolle eines Vermittlers zwischen Kostunica und gespielt. Alle drei waren in den späten achtziger Jahren Gründer der Demokratischen Partei. Von der Partei, die von Micunovic geleitet wurde, trennte sich Kostunica 1992. Ein Jahr später verdrängt Djindjic dann Micunovic von den Parteiführung. In der serbischen Öffentlichkeit wird Micunovic immer öfter als möglicher Kandidat für die bevorstehende Präsidentenwahl im September betrachtet. Erhat sich dazu bisher nicht geäußert.(APA)