Wien - Die "Causa Gaugg" hat sich laut einer Gallup-Umfrage für "News" negativ auf die FPÖ ausgewirkt. Sie liegt demnach nur mehr bei 21 Prozent. Die SPÖ käme auf 36 Prozent, die ÖVP auf 27 und die Grünen auf 13 Prozent. Die beiden Oppositionsparteien liegen damit in Summe sogar ganz leicht vor den Regierungsparteien. Die Gagenforderungen des FP-Politikers Reinhart Gaugg als Vize-Generaldirektor der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) stufen mehr als drei Viertel der Befragten als "zu hoch" ein. Im Anti-Privilegien-Kampf ist die FPÖ für 68 Prozent nicht glaubwürdig. Nur 22 Prozent bejahen diese Frage. Selbst deklarierte FPÖ-Wähler sprechen ihrer Partei zu 42 Prozent die Glaubwürdigkeit ab. Fast die Hälfte (47 Prozent) der Befragten hält die Bestellung Gauggs zum PVA-Vize für "falsch". Umfragen sind allerdings relativ. Eine "market"-Umfrage im letzten "profil" kam nämlich zum Schluss, dass das Anti-Privilegien-Image der FPÖ kaum beschädigt sei. Nur 23 Prozent der Österreicher sind demnach der Meinung, dass sich der Einsatz der Freiheitlichen gegen Privilegien in den letzten Jahren verringert habe. SPÖ: "Anti-Privilegienlack ist längst ab" Für die SPÖ ist der "Anti-Privilegienlack der FPÖ längst ab". Das hat Bundesgeschäftsführerin Doris Bures am Mittwoch in einer Aussendung festgestellt. FPÖ-Chefin Susanne Riess-Passer irre, "wenn sie glaubt, die Öffentlichkeit mit einem leicht durchschaubaren Täuschungsmanöver hinters Licht führen zu können. Die FPÖ selbst ist nämlich der Wegbereiter des Privilegienritters Gaugg", so Bures. Riess-Passer hatte betont, die Glaubwürdigkeit der Partei sei durch die Turbulenzen rund um FPÖ-Sozialsprecher Reinhart Gaugg als Vizegeneraldirektor der Pensionsversicherungsanstalt in keiner Weise gefährdet, weil die Partei nicht involviert sei und Gaugg von Privilegien keinen Vorteil haben würde. Einem durchschnittlichen ASVG-Versicherten müsse die Vizekanzlerin erst einmal erklären, warum der "Oberkassierer Gaugg mit ihrer Zustimmung und der Unterstützung von Sozialminister (Herbert) Haupt die PVA als Selbstbedienungsladen betrachten kann und zudem glaubt, sich über die vorgesehene Dienstprüfung hinwegsetzen zu können", kritisierte Bures. Und wirklich wichtige Themen wie die Sicherung des Gesundheitssystems würden von der FPÖ vernachlässigt - sie zeichne sich dabei nämlich nur durch Konzeptlosigkeit aus. (APA)