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Neben dem Einsatz in der Medizintechnik ist Computertechnologie längst auch schon bei der Verwaltung der Patientendaten unaufhaltsam im Vormarsch. Im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt wird seit Juli die Pflegedatenverwaltung EDV-gestützt abgewickelt: Per "Laptop am Krankenbett" ist so eine komplette elektronische Dokumentation aller patientenbezogenen medizinischen Informationen von der Aufnahme im Spital über diverse Behandlungen bis zum Ende des Krankenhausaufenthaltes möglich, erläuterten Medizinexperten heute, Mittwoch, bei einem Pressegespräch in Eisenstadt. "Nurse and Care Solution" So werden etwa die bisher handschriftlich geführten Aufzeichnungen im Bereich der Pflegedokumentation - von der Körpertemperatur bis zum Operationstermin - quasi direkt am Krankenbett in den Computer eingegeben. Außerdem können Angaben über Krankenbilder, Diagnosen und Behandlungen erfasst werden und sind für Fachpersonal und behandelnde Ärzte somit jederzeit abrufbar. Erfolgreich angewendet wird das System, das mit der Software "Nurse and Care Solution" (NCaSol) gesteuert wird, bereits in den Ordensspitälern in Linz, Wien und St. Veit an der Glan in Kärnten, so Verwaltungsleiter Josef Burkhardt. "Wir brauchen heute Informationen" Mit zunehmender technischer Entwicklung haben sich die Voraussetzungen für den Krankenhausbetrieb in den vergangenen Jahren rapide gewandelt: "Fiebertabelle und Visitenheft gehören längst der Vergangenheit an", sagt Pflegedienstleiterin Irene Zach. "Wir brauchen heute Informationen mit einer Datenfülle, wie sie vor Jahrzehnten nicht vorhanden sein mussten." Profitieren soll vom Laptop am Krankenbett aber nicht nur das medizinische Personal, sondern vor allem die Patienten: "Damit ist der erste Schritt getan, um Doppelbefragungen bei der Befunderhebung zu vermeiden", so Zach. Künftig sollen Daten vor Ort und viel rascher abrufbar sein: "Das erleichtert die Sache ungemein." Für den Datenschutz sorgt ein Passwort-System, das nur dem jeweils befugten Personal Zugang zu den Patienteninformationen ermöglicht. Arztbriefe elektronisch Daten, die einmal erhoben wurden, sind auch für alle nachfolgenden Behandlungsschritte nutzbar und können auf elektronischem Weg rasch bis zum behandelnden Arzt weitergeleitet werden: "Drei Viertel unserer Arztbriefe gehen bereits elektronisch hinaus und sind vor Ort, noch bevor die Patienten in der Praxis sind", schildert der stellvertretende Ärztliche Leiter des Krankenhauses, Primar Dr. Gerhard Prenner. Auch für die Überleitungs- und die Hauskrankenpflege können so die entsprechenden Informationen gegeben werden. Um das Personal mit der neuen Technik vertraut zu machen, wurden vom Krankenhaus bereits eigene Mentoren ausgebildet, die ihre Kollegen unterweisen: "Vor der Maus fürchtet sich mittlerweile bei uns niemand mehr", so Burkhardt. Rund acht Stunden dauert eine Einschulung in das Programm, dazu kommt Begleitung beim Einsatz in der Praxis. In Eisenstadt läuft NCaSol derzeit auf zwei Stationen der Internen Abteilung mit je 36 Betten. Die Kosten für den Probebetrieb betragen etwa 50.000 Euro, schätzt der Verwaltungsleiter. Im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder steht neben den technischen Neuerungen auch ein umfangreiches Adaptierungsprogramm bevor: In die Modernisierung und Sanierung des Spitals sollen rund 18,9 Millionen Euro investiert werden, so Gesundheits-Landesrat Peter Rezar. Bei der Betreuung in Burgenlands Spitälern bemühe man sich um "High Tech, gepaart mit menschlicher Zuwendung".(APA)