Die kleineren Fernsehsender haben in Deutschland den großen Vollprogrammen in den vergangenen zehn Jahren deutlich Anteile abgejagt. Während es ARD, ZDF, RTL, SAT.1 und ProSieben 1992 gemeinsam auf knapp 80 Prozent Marktanteil brachten, waren es zehn Jahre später gerade noch 60 Prozent. Die "TV-Zwerge" steigerten ihren Anteil dagegen von zehn auf 34 Prozent, wie aus einer Untersuchung des Mediendienstes des Instituts der Deutschen Wirtschaft (Köln) hervorgeht.Kabel 1 und RTL II legten zu Unter den kleineren Sendern profilierten sich vor allem Kabel 1 und RTL II. Aber auch die einst kultur- und bildungsspezifisch ausgerichteten Dritten ARD-Programme konnten durch den Umbau zu unterhaltungsorientierten Angeboten verstärkt Zuschauer gewinnen. ZDF mit den stärksten Verlusten seit 1992 Die stärksten Verluste seit 1992 erlitt das ZDF, dessen Marktanteil bei der Sehdauer von 21,2 Prozent auf 13,2 Prozent (2001) abrutschte. Die ARD fiel von 21,7 auf 13,9 Prozent. Aber auch die Privatsender verloren: SAT.1 sackte um 3 Prozent auf 10,1 Prozent ab. Auch Marktführer RTL verschlechterte sich im Zehn-Jahres-Zeitraum von 16,9 auf 14,7 Prozent. Unter den Spartensendern steigerte Kabel 1 seinen Zuschauer- Marktanteil seit 1992 von 0,4 auf 5,0 Prozent. RTL II verdoppelte seinen Anteil auf 4,0 Prozent. Die Dritten ARD-Programme legten um 5,2 Prozentpunkte auf 13,2 Prozent zu. Auch die Kultursender Arte und 3sat gehörten zu den Gewinnern. Im Schnitt kann ein deutscher TV- Haushalt 36 Programme empfangen. Private vor öffentlich-rechtlichen Sendern Verschiebungen gab es auch zwischen dem öffentlich-rechtlichen und privaten Lager: Hatten die Öffentlich-Rechtlichen mit ihren Sendern 1992 noch einen Anteil von 51,7 Prozent, waren es zehn Jahre danach rund zehn Punkte weniger. Mit 45,6 Prozent liegen die Privaten vorne. Restanteile entfallen auf ausländische Sender und reine Musikprogramme. (APA/dpa)