Stockholm - Die schwedischen Umweltbehörden lassen Jäger auf kranke Seehunde schießen, um Material für Forschungszwecke zu gewinnen und die Leiden der von der tödlichen Staupe befallenen Tiere zu verkürzen. Wie der Meeresbiologe Magnus Lejhall am Mittwoch in der Forschungsstation Tjärnö an der Kattegatküste mitteilte, seien bisher zehn bis 15 der Meeressäuger auf diese Weise "eingeschläfert" worden.Jäger werden von Meeresbiologen begleitet Von den über 2.000 im Kattegat und Skagerrak seit Anfang Mai an einem Staupevirus verendeten Seehunden wurde knapp die Hälfte an die schwedische Küste geschwemmt. Nach Angaben von Lejhall in der Zeitung "Svenska Dagbladet" werden die Jäger von Meeresbiologen begleitet und müssen vor Schüssen auf Herz und Lunge eines als krank eingeschätzten Seehunden deren Genehmigung abwarten. Der Kopf des toten Tieres werde dann zu speziellen Gehirn-Untersuchungen an ein Institut in der US-Stadt Boston geschickt. Epidemie war bereits 1988 augetreten Ebenso wie die zuständigen Behörden in Dänemark rechnen die schwedischen Stellen nicht mit einer Gefährdung des Seehundbestandes durch die Epidemie. Er wurde in diesen Ländern durch das Massensterben in diesem Jahr bisher um 20 Prozent vermindert. Von der Epidemie 1988 mit einer Verminderung um mehr als die Hälfte hatten sich die Seehundbestände in Schweden, Dänemark, Deutschland und den Niederlanden überraschend schnell wieder erholt. (APA)