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Foto: Reuters/Comas
Münster - Wenn ein Affe ein schwächeres Hordenmitglied angreift, dann macht er anschließend auch den ersten Schritt zur Versöhnung. Das dominante Tier gehe auf das gedemütigte zu und bringe es in die Gruppe zurück, sagte der Münsteraner Verhaltensforscher Norbert Sachser am Mittwoch zum Auftakt der ersten europäischen Konferenz für Verhaltensbiologie in Münster. Dies sei ein erstes Ergebnis der neuen Forschungsrichtung über die Biologie der Versöhnung. Sachser ist Präsident der Ethnologischen Gesellschaft, einem Zusammenschluss aller deutschsprachigen Verhaltensbiologen. Rund 400 Vertreter aller Europäischen Fachgesellschaften diskutieren von Mittwoch an bei der ersten europäischen Konferenz für Verhaltensbiologie in Münster unter anderem über die Biologie der Versöhnung. Hauptthema dieser ersten der künftig alle zwei Jahre geplanten Konferenz ist "Konflikt und Konfliktberatung". Auch bei Tieren liegt nicht alles im Körper So gebe es zum Beispiel auch neue Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen Hormonen und aggressivem Verhalten. "Früher dachte man, wenn man einen Hund kastriert, dann ist er nicht mehr aggressiv, weil er keine Sexualhormone mehr produziert", sagte Sachser. Heute sei hingegen bekannt, dass die soziale Erfahrung wichtiger sein könne als der Hormonspiegel. Auf Aggressivität gezüchtete Mäuse würden zum Beispiel friedlicher, wenn sie in einem für sie optimalen Käfig gehalten würden. Umgekehrt würden auch friedliche Mäuse sehr aggressiv, wenn sie alleine in einem kargen Käfig säßen. Dieses Zusammenspiel von Genetik und Umwelt ist nach Worten Sachsers ein wichtiger Forschungsbereich für das nächste Jahrzehnt. (APA/dpa)