Amsterdam - Der wirtschaftlich schwer angeschlagene europaweite Telekabelnetzbetreiber UPC, mit 95 Prozent auch Haupteigentümer von Telekabel Wien, Klagenfurt, Baden und Wiener Neustadt, könnte laut Branchenkennern einen längerfristigen Ausweg aus seiner Finanzkrise gefunden haben. Zu Jahresbeginn hatte der Konzern Schulden in Höhe von 11,16 Milliarden Euro ausgewiesen und für das abgelaufene Jahr 2001 einen Nettoverlust von 4,4 Milliarden. Euro vermeldet. Die Hauptgläubiger des Unternehmens, die vor allem Firmenanleihen gezeichnet haben, stimmten vor kurzem einem Umtausch von Schulden in Aktien des Unternehmens zu, wodurch der US-Medientycoon John Malone endgültig das Sagen bei UPC haben wird. Dies ändert nichts daran, dass UPC die nächsten im August fälligen Anleihezinsen über 124 Mio. Euro nicht bedienen kann. Kernstück Die UnitedGlobalCom, kontrolliert von Malones Liberty Media, schon bisher Hauptaktionärin und eine der größten Anleihegläubigerinnen von UPC, wird nach dem geplanten Deal 65,5 Prozent der niederländischen UPC halten. Insgesamt werden rund 5,4 Mrd. Euro an Schulden in Eigenkapital umgewandelt. Die verbleibenden Gläubiger werden nach dem Umtausch, der im ersten Quartal 2003 über die Bühne gehen soll, 32,5 Prozent an UPC halten. Nur mehr zwei Prozent der Anteile werden die heutigen Aktionäre halten, die mit ihren Aktien in den vergangenen zwei Jahren satte 35 Mrd. Euro verloren haben. Liberty Media wurde u.a. durch den Übernahmeversuch des Telekabelgeschäftes der Deutschen Telekom bekannt. John Malone, der angeschlagene Kabelnetzbetreiber in ganz Europa "einsammelt", erklärte, UPC bedeute für ihn das Kernstück seiner Expansionsstrategie. (miba, Reuters, DER STANDARD, Printausgabe 1.8.2002)