Die jüngsten Wirtschaftsdaten aus den USA sind eine kalte Dusche für alle, die sich bereits auf ein Ende der weltweiten Wirtschaftsflaute gefreut haben. Schon fast dramatisch mutet vor allem das Ausmaß der Korrekturen an: Im zweiten Quartal 2002 betrug das Wirtschaftswachstum in den Vereinigten Staaten 1,1 Prozent. Erwartet wurde mehr als doppelt so viel. Noch schlimmer sehen die Daten für 2001 aus: Bisher ging das US-Wirtschaftsministerium von 1,2 Prozent Wachstum für das Gesamtjahr aus. Nun stellte sich heraus: Es ist gerade ein Drittel geworden - nur 0,3 Prozent.Das lässt leider auch für den Rest des Jahres nichts Gutes erwarten. Zwei Drittel der US-Wirtschaft hängen vom privaten Konsumverhalten ab. Die Verbraucher haben sich bisher wacker geschlagen: Obwohl das Privatvermögen der US-Bürger seit dem Frühling 2000 - damals erreichten die Aktienmärkte historische Höchststände - um satte 7000 Milliarden Dollar gesunken ist, ließ die private Nachfrage kaum nach. Bisher. Die jüngsten Daten über das Vertrauen der US-Bürger in ihre Wirtschaft lässt aber hier leider erwarten, dass die jüngsten Börsenverluste doch Spuren hinterlassen werden. Dazu kommt, dass viele Millionen Amerikaner ihre Aktieninvestments mit Krediten finanziert haben. Rutschen die Börsen weiter ab, bekommen die Banken größte Probleme - viele Kredite müssen dann abgeschrieben werden. Darunter leidet Japan am Hypothekarsektor seit vielen Jahren. Die hysterischen Reaktionen der Märkte auf Meldungen, Großinstitute wie Citigroup seien in den Enron-Skandal verwickelt, zeigen die wachsende Sensibilität. Mit aufwändigen Werbekampagnen von US-Unternehmen und Regierung soll der private Konsum deutlich belebt werden. Am Erfolg hängt das Schicksal der Weltwirtschaft.