Nairobi - Die sudanesische Luftwaffe soll bei schweren Gefechten um die Stadt Yalbor im Süden des Landes über 1.000 Menschen getötet haben. Kampfhubschrauber und Bomber hätten die Menschen unter Beschuss genommen, die vor Kämpfen an anderen Orten nach Yalbor geflohen seien, sagte am Mittwoch ein Sprecher der Sudanesischen Volksbefreiungsarmee (SPLA) der Nachrichtenagentur AP über Satellitentelefon. Eine unabhängige Bestätigung der Angaben war nicht erhältlich. Ein Regierungssprecher in Khartum wies den Vorwurf zurück, dass Soldaten Zivilisten ins Visier genommen hätten. Auch die Behauptung der SPLA von weiteren 1.000 Toten bei Kämpfen in der Stadt Tiam sei nicht wahr. Unterdessen teilte ein UNO-Mitarbeiter mit, dass zwei im Süden des Sudan verschleppten Deutsche wohlauf seien. "Sie sind in guter Verfassung", sagte am Mittwoch ein Mitarbeiter der Operation Lifeline Sudan (OLS), eines von den Vereinten Nationen geführten Zusammenschlusses humanitärer Organisationen. Die Mitarbeiter von OLS könnten ungehindert mit den am Montag entführten Männern sprechen, hieß es. Bewaffnete Männer hatten am Montag ein Lager der internationalen Hilfsorganisation World Vision in dem südöstlich gelegenen Dorf Waat unweit der Grenze zu Äthiopien überfallen. Dabei war ein kenianischer Mitarbeiter getötet worden. Zwei Deutsche und ein zweiter Kenianer sind seitdem verschwunden. Den Angaben zufolge wurden die Männer von einer örtlichen Rebellengruppe verschleppt. Ob diese mit der moslemischen Regierung in Khartum oder mit den christlichen Rebellen in Südsudan zusammenarbeiten, sei aber unklar. Im Sudan herrscht seit 19 Jahren Krieg zwischen den Rebellen im christlich-animistischen Süden und der islamistischen Regierung. In den Kämpfen starben bisher mehr als 1,8 Millionen Menschen. (APA/AP)