Wien - Peter Svetits hat in seiner Funktion als Aufsichtsratsmitglied der Österreichischen Fußball-Bundesliga beim Bundesliga-Ethikkomitee die Einleitung eines Verfahrens gegen Sturm-Präsident Hannes Kartnig beantragt. Demnach habe Sturm Graz in den ersten vier Runden der T-Mobile Bundesliga das "Gentleman Agreement" bezüglich des Einsatzes von Spielern mit österreichischer Staatsbürgerschaft (50 Prozent) nicht eingehalten.Kartnig: "Svetits ist unwissend" Kartnig selbst reagierte auf die Beschuldigungen gelassen: "Svetits ist ein unwissender Mensch. Die Neuner-Regelung ist mit Saisonende gefallen, wird erst nächste Woche neu aufgerollt." Sein Klub werde auf der Aufsichtsratssitzung am 8. August in Oberwaltersdorf der Konkurrenz mitteilen, dass Sturm auf Grund der Mehrbelastung durch den Europacup diesem Ansinnen nicht zustimmen kann. "Wir werden nicht gegen das EU-Gesetz verstoßen", erklärte Kartnig. "Neun Klubs halten sich daran, einer nicht. Wir haben das natürlich beobachtet", lautet der Kurzkommentar von Bundesligasprecher Christian Kircher, der eine Klärung im Rahmen der Sitzung am Donnerstag erwartet. "Herr Kartnig war bei der Verhandlung und Entstehung dieser Regelung als Klubvertreter bei mehreren Meetings und Gesprächen anwesend und hat diese Entscheidung mitgetragen. Als Gast in der Aufsichtsratssitzung der Österreichischen Fußball-Bundesliga am 25. Juni 2002 hat er vermerkt, dass er sich an das Gentlemen-Agreement weiter halten will", erklärte Peter Svetits in seiner Aussendung. Svetits: "Wettbewerbsverzerrung" "Herr Kartnig schadet durch sein Vergehen massiv dem Ansehen der gesamten T-Mobile Bundesliga, außerdem kommt es durch die Nichteinhaltung dieser Regelung durch den SK Puntigamer Sturm Graz zu einer Wettbewerbsverzerrung. Deshalb werde ich noch heute beim ÖFB den Ausschluss von Herrn Kartnig aus dem Bundesvorstand beantragen. Da das Ethikkomitee für die Einhaltung und Durchsetzung der Grundwerte sowie der Ziele des Leitbildes der Österreichischen Fußball-Bundesliga zuständig ist und Herr Kartnig durch sein Verhalten die Seriosität, Glaubwürdigkeit und den Ruf des Verbandes, seiner Mitglieder, Angehörigen und Angestellten gefährdet und verletzt, ist ein Verfahren einzuleiten."(APA)