Wien - Nach dem jüngsten Urteil des Verwaltungsgerichtshofes (VwGH), den Bescheid zum Teilstück der Koralmbahn Klagenfurt-Althofen aufzuheben, hat Verkehrsminister Mathias Reichhold (F) nun "eine Reihe von Konsequenzen" angekündigt. "Ich habe angeordnet, den aufgehobenen Bescheid aus dem Jahre 2000 in kürzest möglicher Frist zu sanieren", wird der Minister in einer Aussendung seines Ressorts zitiert. Er bedaure aber dennoch, dass der VwGH den Bau aus rein formalen Gründen gestoppt habe. "Es wird eine Reihe von Konsequenzen geben. Erstens erwarte ich eine lückenlose Darstellung der HL-AG (Eisenbahn-Hochleistungsstrecken Aktiengesellschaft, Anm.) über die von ihr gewählte Vorgangsweise in dieser Causa. Zweitens werden wir den klaren Nachweis erbringen, dass es sich beim betroffenen Teilstück um eine bereits bestehende Fernverkehrsstrecke handelt", sagte der Minister am Freitag. Nachdem die Linie des VwGH nun klar sei, müsse drittens sofort geprüft werden, ob ähnliche Strecken in anderen Bundesländern ebenfalls betroffen seien, so Reichhold. Viertens werde man im Zuge der Reorganisation des Verkehrsministeriums die Abteilung zur Abwicklung von eisenbahnrechtlichen Genehmigungsverfahren aufstocken. Und fünftens, so der Minister, werde die Überprüfung der Genehmigungsverfahren ab sofort zur "Chefsache" des Sektionsleiters erklärt, was eine verstärkte Kontrolle bedeute. Zusätzlich plant Reichhold eine EU-konforme gesetzliche Klarstellung, welche Strecken des heimischen Eisenbahnnetzes als Fernverkehrsstrecke gelten. "Dies ist nicht nur für die Rechtssicherheit wichtig, sondern auch im Sinne der von uns angestrebten Verfahrensverkürzung, da für bereits bestehende Fernverkehrsstrecken auch nach EU-Recht meist keine UVP (Umweltverträglichkeitsprüfung) nötig ist", erklärte Reichhold. Anbieten würden sich dafür das Eisenbahngesetz oder - in Abstimmung mit dem zuständigen Landwirtschaftsminister Wilhelm Molterer (V) - das UVP-Gesetz. (APA)