Bild nicht mehr verfügbar.

Mirna Jukic hat das goldene Erfolgsrezept für Markus Rogan: "Man darf nicht auf alle anderen und die Öffentlichkeit hören und muss an sich selber glauben. Man muss cool bleiben. Vor dem Start darf man keine Angst haben, sondern du musst dir sagen, du schaffst es schon, du musst niemandem mehr etwas beweisen"

Foto: APA/ Heyer

Berlin – Markus Rogan hat wie auch Maxim Podoprigora, Vera Lischka und Mirna Jukic bei Großereignissen bereits vier Medaillen gesammelt und gehört damit zu den Erfolgreichsten im österreichischen Schwimmsport. Und dennoch verfolgt ihn das Schicksal der zweiten Plätze, nicht nur auf den Ergebnislisten. Im Vorjahr kam ihm Maxim Podoprigora mit der ersten VÖS-Langbahn-WM-Medaille um einen Tag zuvor, im April fehlten 0,16 Sekunden auf die erste VÖS-Kurzbahn-WM-Medaille und nun klappte es für Rogan auch mit dem ersten VÖS-Langbahn-EM-Gold nicht.

"Zu sehr vernarrt"

Rogan wurde durch die Müdigkeit nach acht geschwommenen Rennen, aber auch durch den Druck des Favoriten besiegt. Von seinen Fähigkeiten her hätte er den Endlauf über 200 m Rücken gewinnen müssen, blieb er doch 76 Hundertstel über seiner Bestzeit. "Ich wollte das Finale nicht schwimmen, ich musste es. Vielleicht hab' ich mich auch zu sehr in die EM vernarrt", meinte er. Rogan überlegt daher, die nächste EM im Mai 2004 in Madrid auszulassen, um sich ganz auf Olympia im darauf folgenden August zu konzentrieren. "In Athen soll so was nicht passieren."

Druckproblem

Die Sache mit dem Druck beschäftigte Rogan am meisten. Dass er den in ihn gesetzten Erwartungen nicht Stand halten konnte, ist für ihn eine neue Erfahrung. Bei der am Samstagabend mit den beiden österreichischen Medaillen-Gewinnern kurzfristig anberaumten Journalisten-Runde reihte sich der US-Student daher gleich selbst in die Fragerunde an Jukic ein. "Mirna, wie hast du es geschafft, mit dem Druck zu leben?", wollte er vom um vier Jahre jüngeren "Goldfisch" wissen.

"Nachhilfeunterricht"

"Man darf nicht auf alle anderen und die Öffentlichkeit hören und muss an sich selber glauben. Man muss cool bleiben. Vor dem Start darf man keine Angst haben, sondern du musst dir sagen: 'Du schaffst es schon, du musst niemandem mehr etwas beweisen'", gab Jukic ihrem Team-Kollegen mentalen "Nachhilfeunterricht". Gleichzeitig baute sie Rogan auf. "Man soll auch zufrieden sein, wenn man was Tolles erreicht. Man muss immer das halbvolle Glas sehen, nicht das halbleere."

Rogan wird sich diesen Rat wohl zu Herzen nehmen, auf jeden Fall war er sich schon sicher, aus der Niederlage Energie, und nicht Frust mitzunehmen. "In zwei Wochen werd' ich sicher nur die drei Medaillen sehen und nicht das verlorene Gold. Nächstes Jahr bei der WM mache ich es jedenfalls besser, werde ich es bis zum Ende durchziehen. Aber bis dorthin ist für mich noch einiges zu tun. Von Platz zwei auf eins zu kommen ist nämlich um einiges schwerer als von 40 auf zwei. Und das spür' ich im Moment." (APA)